Österreichisch - Kanadische Gesellschaft

Kanada und Österreich

Vorweg ist festzuhalten, dass Österreich und Kanada sehr gute bilaterale Beziehungen unterhalten. Diese basieren auf dem beidseitigen Verständnis für Frieden und dem gemeinsamen Engagement für Multilateralismus, was auch durch die beidseitigen Aktivitäten in internationalen Gremien zum Ausdruck kommt. Wirtschaftlich unterhalten beide Länder enge Handelsbeziehungen, die geprägt sind von zunehmender Investitionsaktivität auf beiden Seiten. Zudem werden wissenschaftliche Kooperation, Studienaustauschprogramme gefördert.

Wirtschaftsbeziehungen Kanada & Österreich

Nach dem Rekordjahr 2004, in dem Österreichs Kanada-Exporte einen Zuwachs von 27,8% erreichten und welches mit einem Exportvolumen von EUR 760 Millionen das bisher erfolgreichste jemals war, konnten Österreichs Exporteure im Vorjahr eine zusätzliche Steigerung erreichen. Umsätze von rund EUR 816 Millionen bedeuten ein Plus von 7,5% und sind insbesondere angesichts der hohen Vorgabewerte des Vorjahres beachtlich. Gleichzeitig konnten die Lieferungen aus Kanada erstmals wieder um 36% zulegen und machten rund EUR 395 Millionen aus. Einmal mehr besteht ein +421 Mio. großer Handelsbilanzüberschuss zugunsten Österreichs.

Ein Grund für den Vorteil Österreichs in der Handelsbilanz mag etwa darin liegen, dass heimische Firmen rund 90 Niederlassungen in Kanada haben, davon 28 Produktionsstätten, während es nur knapp 30 kanadische Tochterunternehmen in Österreich gibt.

Wichtigster Exportmarkt für Kanada sind weiterhin ganz überwältigend die Vereinigten Staaten, wohin fast 84% aller Ausfuhrwaren verkauft werden. Fast unverändert im Vergleich zum Vorjahr war im Jahr 2005 der Anteil der auf den Rängen folgenden Zielländern: Japan (2,1%), Großbritannien (1,88%) und China (1,62%).

Im Ländervergleich stiegen die Umsätze Kanadas mit seinen traditionellen Topmärkten ziemlich gleichmäßig, wobei das Wachstum aber tendenziell in Richtung Korea, Deutschland und die Niederlande ging.

Das Importvolumen stieg im Vorjahr um 6,6% auf CAD 379 Mrd. und ist ländermäßig relativ ausgewogen aufgeteilt, wobei nach wie vor die USA mit rund 58% Lieferanteil dominierend sind, gefolgt von China (7,8%) sowie Japan und Mexiko (beide rund 3,8%). Größter europäischer Partner ist Großbritannien mit 2,74%, knapp vor Deutschland mit 2,7%. Gesamt gesehen lieferten die 25 EU-Staaten Waren im Wert von rund CAD 45,5 Mrd. was einer Gesamtimportquote von 12% entspricht.

Kumuliert betrachtet ergibt dies einen guten Handelsbilanzüberschuss der EU, wobei Kanada nichtsdestotrotz insgesamt betrachtet im Außenhandel seit Jahren hoch positiv ist.

Viele der österreichischen Produktionsniederlassungen in Kanada haben in ihrer strategischen Ausrichtung den benachbarten US-Markt sowie in geringerem Ausmaß auch Mexiko im Auge, denn mit Schaffung eines NAFTA-Ursprungs können diese Märkte zollfrei beliefert werden. Demgegenüber stehen geringere Standortkosten als in den USA und eine relativ gute Auswahl an Arbeitskräften, die weniger stark fluktuieren. Darum empfiehlt es sich, die Option Kanada mit einzubeziehen, wenn man an eine Niederlassung in Nordamerika denkt.

(Informationen dankend zur Verfügung gestellt von WKO Außenwirtschaft Österreich)